Auto verkaufen

Gebrauchtwagen privat verkaufen

In jedem Fall sollte beim Verkauf eines Autos ein schriftlicher Kaufvertrag verwendet werden. Im Handel, beim ADAC oder im Internet gibt es hierfür geeignete Vordrucke. Der private Verkäufer sollte beim Verkauf seines privat genutzten Fahrzeuges seine Haftung für Sachmängel ausschließen. Von einem privaten Verkäufer wird auch keine Untersuchung des Fahrzeuges verlangt. Aussagen über die Laufleistung und Baujahr werden, soweit kein arglistiges Handeln erkennbar ist, im Gegensatz zum gewerblichen Händler, nicht als Zusicherung oder Garantie beurteilt.

Der Käufer eines Gebrauchtfahrzeuges muss mit Verschleißerscheinungen rechnen. Verschleiß, Abnutzung und Alterung stellen keinen Mangel dar, soweit sie nicht über das hinausgehen, was bei einem PKW dieses Typs angesichts seines Alters und seiner Laufleistung üblicherweise zu erwarten ist. Der Käufer muss daher immer mit einer gewissen Reparaturanfälligkeit rechnen. Auch wenn in den Verkaufsverhandlungen davon gesprochen wird, dass das Fahrzeug technisch in Ordnung und einwandfrei sei, liege kein Mangel vor.

Ob ein Käufer eine Erklärung des Verkäufers als Zusicherung einer Eigenschaft bewertet, beurteilt sich danach, dass aus der Sicht des Käufers der Wille des Verkäufers erkennbar wird, die Gewährleistung für das Vorhandensein einer bestimmten Eigenschaft des Fahrzeuges zu übernehmen. Um sicher zu gehen, empfiehlt sich, im Kaufvertrag möglichst genau den Zustand und den Kenntnisstand des Verkäufers zu beschreiben. Soweit Mängel und Vorschäden, insbesondere Unfallschäden, bekannt sind, sollten diese bezeichnet werden.

Auto kaufen und verkaufen

Die Vereinbarung eines Gewährleistungsausschlusses führt dazu, dass der Käufer gegen einen privaten Verkäufer Gewährleistungsansprüche auf Nacherfüllung, Minderung, Schadensersatz oder Rücktritt nur dann erheben kann, wenn der Verkäufer bestimmte Eigenschaften zugesichert hat. Mündliche Vereinbarungen sollten dokumentiert werden. Ansonsten ist die Klausel nützlich, dass mündliche Vereinbarungen nicht bestehen.

2.1 Inzahlungnahme durch einen Händler

Wenn Sie Ihr altes Auto verkaufen möchten, können Sie es bei einem Händler in Zahlung geben und zugleich einen Neuwagen erwerben. Das Altfahrzeug kann dem Händler auch in Kommission übergeben werden, so dass dieser im Namen und auf Rechnung des Eigentümers das Fahrzeug verkaufen kann. Der Händler braucht so dem Käufer keine Mehrwertsteuer zu berechnen und an das Finanzamt abzuführen, die bei einer Inzahlungnahme des alten Fahrzeuges durch den Händler aber fällig wäre. Einige Händler überbieten sich darin, beim Kauf eines Neuwagens für den in Zahlung gegebenen Altwagen einen Preis zu zahlen, der weit über dem Verkehrswert liegt. Dieses durchaus interessante Angebot muss mit der Alternative verglichen werden, wenn das Fahrzeug privat verkauft wird. Selbst wenn der Händler das Altfahrzeug in Zahlung nimmt, hat er es zunächst selber auf dem Hof stehen und trägt das Risiko, dafür einen Käufer finden zu müssen. Insoweit macht eine Inzahlungnahme für ihn nicht unbedingt einen wirtschaftlichen Sinn, so dass es für den Verkäufer vorteilhafter sein kann, das eigene alte Fahrzeug privat zu verkaufen. Gerade durch die Möglichkeiten des Internet kann ein Fahrzeug kostengünstig bundesweit angeboten werden.

2.2 Fahrzeugpapiere, Ummeldung, Versicherung

Die Zulassungsbescheinigung I und II, die dem früheren Kraftfahrzeugschein und Kraftfahrzeugbrief entsprechen und bei älteren Fahrzeugen noch immer in Verwendung sind, darf dem Käufer neben der Übergabe des Fahrzeuges nur gegen Zahlung des Kaufpreises übergeben werden. Am sichersten ist die Barzahlung. Schecks können ungedeckt oder gefälscht sein. Auch Stundungen und Ratenzahlungen bergen erhebliche Risiken, wenn der Käufer das Fahrzeug übernimmt, nutzt und keine Zahlungen mehr leistet. Besondere Vorsicht ist bei Verkäufen geboten, bei denen sich der Käufer über das Internet meldet. Die Kaufinteressenten akzeptieren den Kaufpreis oft ohne große Verhandlungen und übersenden Barschecks, die um einiges über dem Kaufpreis liegen. Der Verkäufer soll die Differenz dann dem Käufer in bar aushändigen oder auf ein Konto überwiesen. Die Schecks sind regelmäßig ungedeckt.

Werden die Fahrzeugpapiere übergeben, muss der Käufer den Erhalt quittieren. Gut ist es, auch eine Kopie des Personalausweises zu verlangen. Wurde das Fahrzeug verkauft, ist die Zulassungsstelle und die eigene Versicherung zu informieren. Der Käufer muss sich bei seiner eigenen Versicherung eine Versicherungsdoppelkarte besorgen und kann das Fahrzeug mit dem Brief ummelden. Der Käufer muss sich vertraglich verpflichten, das Fahrzeug umgehend umzumelden und im Fall eines Haftpflichtschadens den dem Verkäufer eintretenden Verlust seines Schadensfreiheitsrabattes zu ersetzen. Bis das Fahrzeug neu versichert ist, gilt die Haftpflichtversicherung des Verkäufers. Gut ist, bei der Übergabe den Zeitpunkt nach Datum und Uhrzeit festzuhalten und bestätigen zu lassen und damit die Halterhaftung des Verkäufers einzugrenzen. Am sichersten ist es allerdings, wenn der Verkäufer das Fahrzeug vor dem Verkauf oder der Übergabe an den Käufer bei der Zulassungsstelle selbst abmeldet und es dem Käufer überlässt, das Fahrzeug wieder anzumelden. Der Käufer kann sich für den Transport auch eine rote Nummer besorgen oder das Fahrzeug auf einen Transportanhänger aufladen. Diese Verfahrensweise empfiehlt sich vor allem dann, wenn der Käufer seinen Wohnsitz nicht in Deutschland hat. Beide Parteien können auch gemeinsam zur Zulassungsstelle gehen und dort das Fahrzeug ummelden.

2.3 Tipps

Bieten Sie Ihr Fahrzeug möglichst nicht unter Zeitdruck an. Vor allem kaufen Sie Ihr neues Fahrzeug nicht, indem Sie mit dem Erhalt des Kaufpreises für Ihr altes Fahrzeug kalkulieren. Ausgefallene Modelle haben oft bessere Chancen, wenn sie in Tageszeitungen oder über eine Gebrauchtwagenbörse im Internet angeboten werden. Informieren Sie sich über den aktuellen Wert Ihres Fahrzeuges. Im Internet können Sie mit Eingabe der Fahrzeugdaten bei verschiedenen Anbietern den Wert ermitteln. Letztlich richtet sich der Preis aber immer danach, was ein Kaufinteressent bereit ist, für das Fahrzeug zu bezahlen. Präsentieren Sie das Fahrzeug in einem optisch sauberen Zustand. Der Innenraum sollte gesäubert und aufgeräumt sein. Ein voller Aschenbecher macht keinen guten Eindruck. Die Felgen sollten sauber sein. Mit einer Motorwäsche kann auch der Motorraum aufgefrischt werden. Die Batteriepole sind von Oxydierungen zu befreien. Empfehlenswert ist, das Auto über den TÜV zu fahren und mit einer neuen TÜV-Plakette anzubieten. Sie wirkt wie ein erster Beweis dafür, dass das Fahrzeug technisch in Ordnung ist. Je weniger Aufwand ein Kaufinteressent in das Fahrzeuges investieren muss, umso leichter fällt oft die Kaufentscheidung. Kaufverhandlungen mit Besichtigung des Fahrzeuges sollten nicht in der Dunkelheit geführt werden, da eine Inaugenscheinnahme kaum verlässlich möglich ist und Misstrauen weckt.