Webbrowser

Internet Browser

Webbrowser dienen dem Abruf der Dokumente vom Server und der Darstellung der Webseiten auf dem Computer. Einst für die Anzeige von reinen HTML-Inhalten entwickelt, sind moderne Webbrowser in der Lage, weitere Dateitypen auszugeben.

Sie sind für den Benutzer eine Schnittstelle zum WWW und ermöglichen auch den Zugriff auf Anwendungen im Internet.

Der erste Webbrowser, Mosaic, wurde von Timothy Berners-Lee entwickelt. Heute gibt es zahlreiche Varianten verschiedener Anbieter. Die wohl bekanntesten sind Microsoft mit dem Internet-Explorer und Mozilla mit dem einstigen Netscape Navigator und heutigen Firefox. Je nach Einsatzbereich des Webbrowsers muss dieser unterschiedliche Ansprüche erfüllen. So ist die Darstellung der Webinhalte auf einem kleinen mobilen Gerät wie einem Mobiltelefon eine andere als auf einem Computer mit einem großen Bildschirm. Auch die Gegebenheiten des Betriebssystems sind ausschlaggebend. Daher wurde bereits in den Anfangszeiten des privat genutzten Internets Pocket-Web als erster mobiler Browser entwickelt.

Mit der zunehmenden Nutzung des Internets im alltäglichen Leben wurden auch die Webbrowser ständig weiterentwickelt. Sie können mit den unterschiedlichsten Dateitypen umgehen, sind multimediafähig und beherrschen oft auch den Umgang mit Standards, welche nicht dem WWW angehören. So beispielsweise können sie per FTP Daten übertragen, E-Mails abrufen und senden, Musik und Filme abspielen. Der Umgang mit Hyperlinks und Java sowie die Anzeige von Bildern und Flash-Animationen wird längst als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Auch die Verknüpfung des Browsers mit lokalen Programmen zur Anzeige von Dateien wie PDF- oder Office-Dokumenten wird heute als Standard betrachtet.

Die Integration verschiedener Plug-ins kann als Sonderausstattung betrachtet werden. So haben einige Webbrowser Download-Manager integriert oder können auch als Datei-Manager genutzt werden. Daneben ist die Integration von Chatprogrammen und Peer-to-Peer-Anwendungen möglich. Sicher ist es bequem, vielseitige Möglichkeiten in einem einzigen Webbrowser vereint zu haben, erspart es doch das Öffnen zahlreicher weiterer Programme zu verschiedenen Zwecken. Kritiker bemängeln hingegen insbesondere sicherheitstechnische Aspekte, die von unerfahrenen Benutzern oft nur wenig Beachtung finden.

Der erste von Timothy Berners-Lee entwickelte Browser wurde unter dem Namen WorldWideWeb bekannt und später in Nexus umbenannt. Es handelte sich um einen reinen Browser zur Textdarstellung. Einige Jahre später erreichte der Webbrowser mit Mosaic den ersten größeren Durchbruch. Dieser war mit einer grafischen Oberfläche ausgestattet, was zu einer größeren Beliebtheit führte.

Internet Explorer

Internet Grundlagen

Der Internet Explorer ist ein 1995 von der Firma Microsoft in Zusammenarbeit mit Spyglass entwickelter Webbrowser, welcher auf das Betriebssystem Windows ausgerichtet war. Konnte der Browser anfangs noch manuell installiert und deinstalliert werden und war käuflich zu erwerben, ist er heute fester Bestandteil des Betriebssystems. In den Anfangszeiten war der Internet Explorer der stärkste Konkurrent des Webbrowsers Netscape. Der Wettbewerb führte auf beiden Seiten zu einer rasanten Weiterentwicklung und der zunehmenden Integration von Erweiterungen.

Bis etwa zum Jahr 2000 wurde der Internet Explorer auch noch für andere Betriebssysteme wie Mac OS und Unix entwickelt. Weitere Versionen dienten und dienen der Nutzung auf mobilen Geräten mit den Betriebssystemen Windows CE und Windows Mobile, allerdings mit eingeschränkten Erweiterungen. Um 1998 herum hatte der Internet Explorer den Konkurrenten Netscape weitgehend verdrängt.

Die aktuellen Versionen des Internet Explorers sind im Vergleich zu den früheren optimiert worden. Sie beherrschen die gängigen Webstandards und sollen weniger anfällig gegenüber Angriffen aus dem Internet sein. Über ein integriertes Suchfeld ist ein direkter Zugriff auf Suchmaschinen möglich, es ist ein Pop-up-Blocker integriert und es können Newsfeeds abonniert werden. Der Versand von Daten per E-Mail aus dem Browser heraus wurde optimiert, die Anzeigeoptionen lassen sich auf die Bedürfnisse des Anwenders anpassen und der Umgang mit persönlichen Daten wie Cookies und Passwörtern wurde verbessert. Statt wie in früheren Versionen jede Internetseite in einem neuen Fenster zu öffnen, kommen in modernen Versionen des Internet Explorers einzelne Tabs im selben Fenster zum Einsatz. Auch in Bezug auf die Geschwindigkeit wird der Browser ständig optimiert, was vor allem im Multimediabereich von Vorteil ist.

Kritisiert wird nach wie vor der Sicherheitsaspekt des Internet Explorers. Da er Bestandteil der Windows-Betriebssysteme ist und somit häufig genutzt wird, kommt es bei bekannten Sicherheitslücken schnell zu Massenangriffen und dem Ausspionieren persönlicher Daten. Bis die Sicherheitslücken durch Patches oder Servicepacks geschlossen werden, vergeht oft einige Zeit. Daher wird von Experten zum Ergreifen eigener Sicherheitsmaßnahmen wie der Nutzung einer Firewall und einer manuellen Anpassung der Sicherheitsoptionen des Browsers geraten. So werden die Zugriffsmöglichkeiten auf die lokale Festplatte eingeschränkt. Auch der eigentlich der Sicherheit des Anwenders dienende Pishing-Filter ist umstritten. Er soll vor Angriffen aus dem Internet schützen, übermittelt aber zugleich Daten an Microsoft.

Mozilla Firefox

Mozilla Firefox ist der Nachfolger von dem ebenfalls auf Mozilla basierenden Netscape. Die erste Version war noch unter dem Namen Phoenix bekannt. Es handelt sich zunächst um einen reinen Webbrowser, dessen Funktionen aber durch zahlreiche Erweiterungen und Plug-ins ergänzt werden können. Auch das Erscheinungsbild kann an den Geschmack des Anwenders angepasst werden. Das macht Mozilla zu einem der beliebtesten Webbrowser und einen der größten Konkurrenten zum Internet Explorer.

An Erweiterungen, den sogenannten Add-ons, sind vor allem Werbeblocker, dynamische, selbst aktualisierende Lesezeichen für Newsfeeds, Blog-Funktionen, Entwicklerwerkzeuge und Sicherheitsfunktionen beliebt. Wie aktuelle Versionen des Internet Explorers arbeitet auch Mozilla Firefox mit mehreren Tabs innerhalb eines Fensters. Der Umgang mit den Tabs lässt sich ebenso wie verschiedene Bedienelemente weitgehend vom Anwender festlegen. Ein integriertes Suchfeld erlaubt den direkten Zugriff auf Suchmaschinen, außerdem können Schlüsselwörter für häufig genutzte Suchbegriffe definiert werden.

Bei Mozilla Firefox handelt es sich um freie Software, weshalb der Browser in zahlreichen Sprachen und kostenlos verfügbar ist. Auch gibt es für die verschiedensten Betriebssysteme kompatible Versionen. Da Erweiterungen in plattformunabhängigen Programmiersprachen gehalten sind, ist deren Installation auch unabhängig vom verwendeten Betriebssystem möglich.

Anwenderfreundlich sind die recht flexibel konfigurierbaren Sicherheitseinstellungen des Mozilla Firefox. Die Anzeige einzelner Seitenelemente wie Werbebanner, eingebettete Flash-Dateien und Pop-ups kann unterdrückt werden. Weniger beliebt ist dagegen, dass auch Firefox die mit der Nutzung des Browsers übermittelten Daten sammelt. Nur in einigen Bereichen ist eine Unterdrückung der Datenübermittlung möglich.

Auf Kritik stößt in einigen Kreisen auch die Zusammenarbeit mit der Suchmaschine Google. Webseiten, welche seitens Firefox als Pishing- oder Malware-Risiko eingestuft sind, werden mit Google abgeglichen. Durch die Mitwirkung Googles an der Weiterentwicklung des Browsers besteht der Verdacht, dass dadurch das Unternehmen auch an verschiedene Daten der Anwender käme. Dennoch ist Mozilla Firefox einer der beliebtesten und meist genutzten Webbrowser und aufgrund der Konfigurationsmöglichkeiten etwas weniger anfällig gegenüber Angriffen aus dem Netz, insbesondere, da der Browser nicht fest im Betriebssystem integriert ist und so das Arbeiten mit anderen Programmen ein geringeres Sicherheitsrisiko darstellt. Der parallele Einsatz einer Firewall ist trotzdem empfehlenswert.

Google Chrome

Google Chrome ist ein Webbrowser der neuen Generation. Die erste Beta-Version gab es erst im Jahr 2008. Ursprünglich war das Ziel der Entwicklung, einen Browser für das Google eigene Linux-Betriebssystem Google Chrome OS zu programmieren, welches für Netbooks konzipiert ist. Es sind aber auch Versionen für andere Linux-Distributionen sowie für Windows und Mac verfügbar.

Die Besonderheit von Google Chrome ist, dass nicht nur der Browser selbst als eigener Prozess läuft, sondern daneben auch jeder geöffnete Tab. Nimmt nun das Öffnen einer Webseite viel Rechnerleistung in Anspruch, kann der entsprechende Tab über den browserinternen Task-Manager ermittelt und entsprechend beendet werden. Die Gesamtleistung des Browsers bleibt davon unbeeinträchtigt und wirkt sich somit nicht blockierend auf das ganze System aus.

Ein weiterer Vorteil dieser Aufteilung in verschiedene Prozesse ist, dass bei einem Angriff aus dem Internet nur ein einzelner Tab-Prozess betroffen ist und nicht der Browser-Prozess. Die Wahrscheinlichkeit, über eine Sicherheitslücke des Browsers das System anzugreifen, ist minimiert. Damit ist Google Chrome anderen Browsern sicherheitstechnisch überlegen. Bemängelt wird auch hier, dass Daten des Anwenders an Google übertragen werden und darüber nur eine eingeschränkte Kontrolle möglich ist.

Weiterhin ist Google Chrome in seiner Konstruktion für die Websuche optimiert. Suchbegriffe werden direkt in die Adresszeile eingegeben. Häufig besuchte Seiten werden in einer Übersicht zusammengefasst und können mit einem Klick wieder aufgerufen werden. Ein Sicherheitsmodus erlaubt das Surfen im Internet, ohne Spuren auf dem Computer zu hinterlassen.

Die Aufteilung in mehrere Prozesse sorgt für eine geringere Systemlast und damit im Vergleich zu anderen Browsern für eine höhere Geschwindigkeit. Neben dem Browser und den geöffneten Tabs werden auch Plug-ins mit einem eigenen Prozess gestartet. Auch die virtuelle Laufzeitumgebung für JavaScript trägt zur Geschwindigkeit bei. Abgesehen von den technischen Besonderheiten kennt Google Chrome die gängigen Webstandards und reiht sich somit als vollwertiger und leistungsstarker Webbrowser bei den am häufigsten genutzten ein. Die Bedienung gestaltet sich als einfach, insbesondere bei einer schwachen Rechnerleistung oder Netzwerkverbindung überzeugt Google Chrome durch Geschwindigkeit. Über optionale Erweiterungen lassen sich die Funktionen des Browsers anpassen.

Opera

Opera ist ein äußerst leistungsfähiger Webbrowser des schwedischen Entwicklers Opera Software ASA. Die erste Version von Opera gab es bereits 1996. Bis sich der Browser jedoch gegenüber den Marktführern durchsetzen konnte, vergingen einige Jahre. Das Besondere an Opera ist neben der Browserfunktion die Unterstützung zahlreicher Funktionen. Komfortabel sind Werkzeuge wie ein integriertes E-Mail-Programm, Downloadmanager, Chat, Peer-to-Peer sowie die Möglichkeit, zahlreiche Widgets zu installieren.

Obwohl ein Nachzügler, war Opera einer der ersten Browser mit Tab-Browsing und einem integrierten Pop-up-Blocker. Die Software ist kostenlos in mehreren Sprachen und für verschiedene Betriebssysteme erhältlich. Auch mobile Versionen werden ständig weiterentwickelt. Neben den gängigen und auch neueren Webstandards, dem integrierten E-Mail-Programm, dem Downloadmanager, einem Adressbuch und einem IRC-Client zeichnet sich Opera durch verschiedene Werbeblocker aus, welche sowohl global wie auch für jede besuchte Seite gesondert konfiguriert werden können. Auch die üblichen Funktionen wie Lesezeichen- und Passwort-Verwaltung fehlen nicht.

Der Sicherheit dient ein Pishing-Filter, einer Optimierung der Geschwindigkeit Opera Turbo. Benutzerfreundlich sind die durchdachten Konfigurationsmöglichkeiten und Anzeigeoptionen. Auch bei einer Sehschwäche lässt sich mit Opera komfortabel arbeiten. Mit einer Zoom-Funktion wird der gesamte Seiteninhalt entsprechend vergrößert, Hintergrund- und Schriftfarben können angepasst werden.

Optimiert wurde mit Opera auch die Seitenverwaltung. Häufig besuchte Internetauftritte werden auf der Startseite im Überblick angezeigt, außerdem lassen sich mehrere Sitzungen speichern. Dies ist sinnvoll, wenn eine bestimmte Kombination an Webseiten häufiger benötigt wird. Die integrierte Suchfunktion lässt sich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Geschlossene Tabs sind während jeder Sitzung in einer Liste gespeichert und können mit einem Klick wieder aufgerufen werden. Ein versehentlich geschlossener Tab lässt sich so ohne eine erneute Adresseingabe wieder öffnen. Beim Beenden von Opera werden sämtliche geöffnete Seiten gespeichert und können mit dem nächsten Programmstart wieder genutzt werden.

Variabel ist auch die Gestaltung der Arbeitsoberfläche. Werkzeug- und Symbolleisten sind frei konfigurierbar und für das optische Erscheinungsbild stehen verschiedene Skins zur Verfügung. Beim Surfen im Internet bietet Opera die Möglichkeit, als Identität einen anderen Browser wie Firefox oder den Internet Explorer zu verwenden. Diese Option kann auch für einzelne Seiten gespeichert werden.

Im Sicherheitsbereich besticht Opera neben den individuellen globalen Einstellungsmöglichkeiten sowie jener für einzelne Seiten durch die Option, URLs und IP-Bereiche zu sperren. Das integrierte E-Mail-Programm enthält einen lernfähigen Spam-Filter. Installierte Widgets werden als eigenständige Programme unabhängig vom Browser gestartet, so dass auch hier das Risiko minimiert ist. Widgets und Add-ons werden ständig neu- und weiterentwickelt.